Monat: September 2009

  • Lehman hat wieder Geld

    Der deutsche Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) will von der vor einem Jahr pleite gegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers 345 Millionen Dollar zurück. Jedenfalls geht das aus einer Liste von Forderungen hervor, die gegen Lehman erhoben werden. Auf Platz 2 der deutschen Gläubigerliste von Lehman folgt die Lufthansa, die sich bei den US-Bankern mit 128 Millionen…

  • Unverschämtheiten vom Insolvenzverwalter

    Während Frau Schickedanz mit Hilfe der Bild-Zeitung den Eindruck erweckt, sie sei demnächst Hartz-IV-Empfängerin (und dabei unterschlägt, dass ihr Mann Besitzer ihres gigantischen, ererbten Immobilienvermögens ist und sie selbst in der schlossähnlichen Villa, die sie ihrem Sohn vererbte ein lebenslanges kostenloses Wohnrecht hat), macht der Karstadt-Insolvenzverwalter den Beschäftigten klar, wie er sich die „Sanierung“ des…

  • Sozialausgaben besser als Subventionen

    In einem Kommentar weist die „Süddeutsche Zeitung“ (10.9.2009) auf grundlegende Unterschiede in der Herangehensweise von Politikern gegenüber Autokonzernen in der Krise hin: Wärend in Deutschland Opel zur Kanzlerinnensache gerinnt und viel Staatsgeld in den Autokonzern fließt – angeblich um Arbeitsplätze zu retten (was aber fraglich ist) – hat Schwedens Miniserpräsident Frederik Reinfeldt diese Unterstützung kategorisch…

  • Autofahren und Fleisch essen

    Wieviel Kohlendioxid gebraucht wird, um jeweils 1 Kilogramm Lebensmittel zu produzieren stellte eine PR-Aktionszeitung der Nichtregierungsorganisation INKOTA in Beziehung zum CO2-Ausstoss eines BMW 118d. Das Auto belastet das Klima auf 100 Kilometer mit 11,9 Kilogramm des Treibhausgases – knapp weniger als ein Kilo Rindfleisch, dessen Produktion mit einer Klimabelastung von 13,3 Kilogramm Kohlendioxid zu Buche…

  • Mit Futures zocken

    Eine „Bärenmarktrally“ – so der Chefökonom der UN-Entwicklungskonferenz UNCTAD Heiner Flassbeck, spielt sich gerade am Ölmarkt ab. Die Börsenzocker benutzen Futures, um die Preise nach oben zu treiben – ehe die Spekulationsblase platzt und die Preise wieder fallen werden. Opfer der Börsenzockerei sind vor allem die Menschen in ärmeren Ländern für die Rohstoffe unerschwinglich teuer…

  • Klimaschutz wird industrialisiert

    Blockheizkraftwerke kommen derzeit meist noch von der Schweinfurter Firma SenerTec. 20.000 Anlagen, die Strom und Wärme produzieren hat das Unternehmen bislang im In- und Ausland verkauft. Jetzt sorgt der Ökostrom-Anbieter „Lichtblick“ für großindustrielle Konkurrenz: VW soll jährlich rund 10.000 solcher Gasmotoren bauen – großindustriell auf Basis des Motors für das Automodell Touran Ecofuel. So sorgt…

  • Ausländerfeind hat unrecht

    Mit seiner ausländerfeindlichen Hetze hat CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers auch sachlich ins Klo gegriffen. Wie die „Zeit“ (10.9.2009) recherchiert hat, sind im rumänischen Nokia-Werk keineswegs Faulenzer bei der Arbeit: Eine Rezeptionistin der Handy-Fabrik in Jucu erzählte den Reportern, dass ihre Schicht 12 Stunden dauert. Die 1800 Menschen, die der finnische Konzern dort beschäftigt, nachdem er sein…

  • Politik schont Banken

    Die „Zeit“ (10.9.2009) macht auf einen Vorgang aufmerksam, der beispielhaft für den politischen Umgang mit der Krise ist: Im Wahlkampf geht die SPD damit hausieren, die Banken an den Kosten der Bankenrettung zu beteiligen. Doch im Oktober 2008 lief das ganz anders: Zwar waren sich die Finanz- und Haushaltspolitiker der großen Koalition einig, auch die…

  • Wähler schlimmer als Politiker

    Der Philosoph Richard David Precht liest in der „Zeit“ (10.9.2009) dem verdrossenen Wahlvolk die Leviten und macht auf die Zusammenhänge mit der neoliberalen Marktreligion aufmerksam: Der Souverän, das Volk, sucht … nicht nach Weltanschauungen sondern maximal nach einer verlässlichen Rating-Agentur für die Sicherheit von Lebensperspektiven. Parteien spielen dabei nur eine untergordnete Rolle … Doch wen…

  • Bürger brauchen Staatsschulden

    Beim Durchschnittsbürger eine gut ankommende „konventionelle Weisheit“ ist, dass die hohen Staatsschulden eine ausgemachte Gefahr seien – weshalb der Staat vor allem bei seinen Beschäftigten und bei den Sozialleistungen „sparen“ müsse. Dabei ist dieser Durchschnittsbürger in der Regel Besitzer einer der 95 Millionen Lebensversicherungen und Riester-Verträge. Die Versicherungskonzerne nehmen dafür jährlich rund 80 Milliarden Euro…

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