Monat: September 2009

  • Niedriglohn per Kabinettsentscheidung

    172.000 Menschen arbeiten im Wachgewerbe. Die Arbeitgeber dieser Branche haben eine eigenartige Auffassung von Mindestlöhnen: Eine kleine Pseudo-Gewerkschaft stand bereit, einen Mindestlohn-Tarifvertrg zu legitimieren. Dieser sieht Mindestlöhne zwischen 6 Euro im Osten und 8,32 Euro in Baden-Württemberg vor. Dann wurde ein Antrag gestellt, diesen Pseudo-Mindestlohn nach dem Entsendegesetz für allgemeinverbindlich zu erklären. Dagegen stimmte im…

  • Irland erpressbar

    Zu Irlands Bad Bank kommentierte artin Hesse in der Süddeutschen Zeitung (18.9.2009): Am Beispiel Irland zeigt sich die … Krux der Bankenkrise und der staatlichen Lösungsversuche. Dublin hat eine Bad Bank eingerichtet, eine staatliche Auffanggesellschaft… Die Aktionäre der betroffenen Banken jubeln… Das könnte dafür sprechen, dass die irische Regierung den Banken zu weit entgegengekommen ist…

  • Teure Medizin

    Die Ärzte verordnen immer weniger Medikamente: Von mehr als einer Milliarde Verordnungen im Jahr 1991 sank der Wert bis 2004 auf unter 590 Millionen im Jahr 2004, um bis 2008 wieder leicht auf etwas über 600 Millionen anzusteigen. Obwohl aber die Zahl der ausgestellten Rezepte um rund 40 Prozent sank stieg der Pharmaumsatz in diesem…

  • Hohe Zinsen für Kunden

    Vollmundig hatte die Kreditwirtschaft am 1. September erklärt, die günstigen Zentralbankzinsen an die Kunden weitergeben zu wollen. Das ist noch nicht geschehen: Bei Girokonten sanken die Dispozinsen zwischen Ende August und Mitte September von 11,56 auf 11,54 Prozent, was 1000 Euro pro Jahr um satte 20 Cent billiger macht. Auch Zinsen für Ratenkredite sind in…

  • Prognose-Fehler

    Für Deutschland ist dieses Jahr definitiv keine Rezession in Sicht. Der damalige „Wirtschaftsweise“ Bert Rürup Mitte August 2008 (als die US-Wirtschaft bereits auf Talfahrt war). Heute ist Rürup beim „Finanzdienstleister“ AWD angestellt. AWD verkauft mit seinen Strukturvertrieben Finanzprodukte, die AWD hohe Provisionen sichern – und den Kunden niedrige Renditen bei hohen Risiken. Quelle: die tageszeitung…

  • Kinder sterben wegen Lehman-Pleite

    Die Weltbank rechnet für dieses Jahr mit 30.000 bis 50.000 toten Kindern in Afrika, die es nicht gegeben hätte, wäre die Bank Lehman Brothers nicht pleite gegangen. Afrika leidet unter der weltweiten Finanzkrise – insbesondere die Länder, die den Rezepten des internationalen Währungsfonds gefolgt waren und zum Nutzen ausländischer Investoren ihre Volkswirtschaften geöffnet hatte. Derzeit…

  • Die Liegestühle der Titanic

    Die Vorschläge der US-Regierung zur Reform der Finanzaufsicht begnügen sich damit, die Liegestühle auf der „Titanic“ umzustellen. Der US-Ökonom Barry Eichengreen (University of California) laut „taz“ (15.9.2009)

  • 3000 Euro schon bezahlt

    3000 Euro pro Bundesbürger – von Kleinkindern bis zu Greisen – sind zwischenzeitlich für die Finanzkrise und die daraus folgende Rezession der Realwirtschaft verfrühstückt. Das hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung errechnet. Die „taz“ (15.9.2009) schreibt dazu, dass die CDU in der kommenden Bundesregierung nach Steuerquellen und Ausgabensenkungen suchen wird, um diese Rechnung zu bezahlen.

  • 1 Jahre Krise – keine Änderung

    Die Krise ist ein Jahr alt – wenn man sie mit dem symbolträchtigen Zeitpunkt der Lehman-Pleite datiert. Und an den Finanzmärkten geht alles seinen gewohnten Gang. In der „taz“ (15.9.2009) schreiben Ines Pohl und Reiner Metzger über die Gründe: Die Gelegenheit zur Reform wurde verpasst… Es gibt keinen Wandel … wie bei den beiden Roosevelt-Präsidenten…

  • Finanzmüll aus der Tonne geholt

    Die aus amerikanischen Hypothekenkrediten geschnürten hochkomplizierten „Wertpapiere“, die die weltweite Finanzmarktkrise verursachten, hat Deutschlands oberster Bankenaufseher Jochen Sanio zutreffend als „Finanzmüll“ bezeichnet. Die Fachwelt nannte den Versuch, mit hochkomplizierten mathematischen Formeln das Risiko zu verstecken, dass bei sinkenden Immobilienpreisen viele US-Hausbesitzer ihrer Kredite nicht mehr bezahlen konnten, Collateral Debt Obligations (CDO’s). Jetzt sind diese Pseudo-Wertpapiere…

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