Zwischenzeitlich haben britische Banken mehr als eine Billion Euro (= 1.000.000.000.000, englisch “a trillion”) Staatshilfen bekommen. Von den 850 Milliarden Pfund, die in 15 Monaten aus diversen “Rettungsprogrammen” gezahlt wurden gingen unter anderem 131 Milliarden für die teilweise oder vollständige Verstaatlichung von Banken drauf. Quelle: taz 5.12.2009
Artikel in der Kategorie 'Statistisches'
Eine gute Zusammenstellung der für die Kopenhagener Klimadiskussion relevanten wissenschaftlichen Daten findet sich in einem Blogeintrag der Zeitschrift “Technology Review”.
Wer zum reichsten tausendstel der Bevölkerung Deutschlands gehört hat ein Monatseinkommen von mehr als 50.000 Euro (das verdient ein gut verdienender Angestellter im Jahr) und zahlt darauf durchschnittlich 36 Prozent Einkommenssteuer. Wer zum obersen hundertstel der Bevölkerung gehört verdient monatlich mehr als 15.000 Euro und zahlt auch nicht mehr Steuern. Dabei liegt der Spitzensteuersatz offiziell [...]
Wegen der unsicheren Zukunftsaussichten legten die Deutschen im ersten Halbjahr 87 Milliarden Euro als “Spargelder” zurück. Davon konnten über die Banken (und damit indirekt über die Finanzmärkte) nur etwa 2 Milliarden als Kredite an die Industrie ausgegeben werden. Der Staat dagegen sammelte 82 Milliarden Euro der Anleger-Gelder in Form von Staatsschulden ein und sorgte damit [...]
In ihrer neuesten Großgrafik beschäftigt sich “Die Zeit” (5.11.2009) mit dem “Weltdorf” und bereitet einige statistische Basisdaten zur Globalisierung auf: 18 von 100 Menschen auf diesem Planeten haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 38 haben keine Sanitäranlagen (z.B. Toiletten). Umgerechnet in absolute Zahlen sind dies 1,2 Milliarden Menschen ohne sauberes Trinkwasser und 2,5 Milliarden ohne [...]
1992 gehörten 60,6 Prozent der Bevölkerung der “mittleren Einkommensgruppe” an. Dieser Anteil ist bis 2006 auf 54,4 Prozent geschrumpft. Gewachsen ist die Zahl der Beschäftigten, die untere Einkommen beziehen (von 21,8 auf 24,4 Prozent) und die Zahl derjenigen, die “obere Einkommen” haben (von 17,6 auf 21,3 Prozent). Die Mittelschicht schrumpft also, Oben und Unten wird [...]
Das reichste Zehntel der Bevölkerung hatte im Jahr 2006 ein monatliches Durchschnitts-Nettoeinkommen von 5578 Euro – Netto monatlich also deutlich mehr als die vom Brutto zu bezahlenden rund 4000 Euro jährliche effektive Sozialabgaben dieser Gruppe (gerechnet nach geleisteten Zahlungen abzüglich erhaltene Zuschüsse – etwa Kinderfreibeträge). Das ärmste Zehntel der Bevölkerung hat ein monatliches Nettoeinkommen von [...]
Das statistische Bundesamt meldet, dass sich das Defizit der Sozialversicherung im zweiten Quartal auf 9,2 Milliarden Euro erhöht habe. Vor allem die Bundesagentur für Arbeit hat ein Finanzierungsproblem: dies ist aber nur teilweise auf die um 19,2 Prozent gestiegenen Ausgaben für Arbeitslose und Kurzarbeiter zurückzuführen. Es ist auch Folge der politisch verfügten Senkung des Beitragssatzes [...]
Als im Mai, Juni und Juli die Exportmenge dreimal in Folge stiegen jubelten Politik und “Analysten” und dekretierten das Ende der Wirtschaftskrise. Brav glaubten es die Wähler und brachten schwarz-gelb ins Amt. Es lebte die Hoffnung, die deutsche Volkswirtschaft könne wie vor der Weltwirtschaftskrise auf den Exportmärkten das schmarotzen, was sie im Inland wegen zu [...]
Auch im September sanken die Verbraucherpreise – gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent, gegenüber dem August sogar um 0,4 Prozent. Da ähnliche Tendenzen auch die USA und Japan beherrschen steigt die Deflationsgefahr damit erneut an: auf sinkende Preise folgen sinkende Löhne und damit eine schwere, langdauernde volkswirtschaftliche Depression. In Deutschland wird die Deflation derzeit nicht [...]
Geld zu Geld gesellt sich gern – dieses Sprichwort gilt auch für die “Begabtenförderung” durch die Stipendien der Stiftungen, die Studienförderung betreiben. 72 Prozent der Stipendiaten haben Eltern, die dem Sozialstatus (Beruf und Bildung) nach gehoben und hoch einzuordnen sind, nur 28 Prozent haben Eltern aus mit niedrigem oder mittlerem Sozialstatus. Nur bei der gewerkschaftsnahen [...]
Unter 1000 Deutschen sind fast 10 (genau: 9,9), die im Jahr 2008 über ein investierbares Kapital von mindestens einer Million US-Dollar verfügten. Das sind deutlich mehr Superreiche als in den USA (7,7 auf 1000 Einwohner) oder England (5,8). Relativ die meisten Superreichen gibt es in der Schweiz, wo 24,4 von 1000 Einwohnern soviel verfügbares Geld [...]
Die Weltbank rechnet für dieses Jahr mit 30.000 bis 50.000 toten Kindern in Afrika, die es nicht gegeben hätte, wäre die Bank Lehman Brothers nicht pleite gegangen. Afrika leidet unter der weltweiten Finanzkrise – insbesondere die Länder, die den Rezepten des internationalen Währungsfonds gefolgt waren und zum Nutzen ausländischer Investoren ihre Volkswirtschaften geöffnet hatte. Derzeit [...]
3000 Euro pro Bundesbürger – von Kleinkindern bis zu Greisen – sind zwischenzeitlich für die Finanzkrise und die daraus folgende Rezession der Realwirtschaft verfrühstückt. Das hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung errechnet. Die “taz” (15.9.2009) schreibt dazu, dass die CDU in der kommenden Bundesregierung nach Steuerquellen und Ausgabensenkungen suchen wird, um diese Rechnung zu bezahlen.
Wieviel Kohlendioxid gebraucht wird, um jeweils 1 Kilogramm Lebensmittel zu produzieren stellte eine PR-Aktionszeitung der Nichtregierungsorganisation INKOTA in Beziehung zum CO2-Ausstoss eines BMW 118d. Das Auto belastet das Klima auf 100 Kilometer mit 11,9 Kilogramm des Treibhausgases – knapp weniger als ein Kilo Rindfleisch, dessen Produktion mit einer Klimabelastung von 13,3 Kilogramm Kohlendioxid zu Buche [...]
Preisbereinigt sank der Stundenlohn des Arbeitnehmers, der genau in der Mitte der rund 40 Millionen Arbeiter, Angestellten und Beamten liegt in den Jahren 2000 bis 2007, d.h. für die 13,79 Euro Durchschnitts-Stundenlohn kann man sich heute weniger kaufen als zu Beginn des Jahrzehnts. Das gilt auch für das Vermögen dieses Median-Verdieners, der 15288 Euro besitzt [...]
20 der 27 EU-Mitgliedsstaaten haben einen gesetzlichen Mindestlohn. 14 Länder haben diesen Mindestlohn trotz Wirtschaftskrise angehoben. In westlichen EU-Staaten liegen die Mindestlöhne derzeit über 8,40 Euro (Ausnahme: Großbritannien mit 6,41 Euro – dort ist aber eine Erhöhung für Oktober bereits beschlossen). Spitzenreiter beim gesetzlichen Mindestlohn ist Luxemburg mit 9,73 Euro pro Stunde gefolgt von Frankreich [...]
Als “zynisch” empfindet die Kommentatorin Sibylle Haas von der “Süddeutschen Zeitung” (27.8.2009) die Sorgen der Reichen, die das DIW ermittelt hat. Angesichts von Monats-Nettoeinkommen, die bei reichen Singles bei 2600 Euro beginnen (vierköpfige Familien 5460 Euro netto monatlich), seien die Sorgen von Schickedanz, Schaeffler und Co. vor sozialem Abstieg doch so, dass sie jeder Normalarbeitnehmer [...]
Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im August erneut gefallen. In den 16 Ländern mit der Gemeinschaftswährung war der Preisindex gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,2 Prozent niederiger – zum zweitenmal nachdem im Juli die Deflationsrate 0,7 Prozent betragen hatte. Quelle: Frankfurter Rundschau 1.9.2009
Die deutsche Volkswirtschaft hat den Titel “Exportweltmeister” verloren – im ersten Halbjahr 2009 exportierte erstmals seit langem wieder eine andere Volkswirtschaft mehr, als die hiesige. China ist nun “Exportweltmeister” – allerdings nur mit knappem Vorsprung: Waren im Wert von 521,7 Milliarden Dollar gingen aus China in die übrige Weltwirtschaft – gerade einmal 100 Millionen Dollar [...]
Im Jahr 2008 – zu Beginn der aktuellen Weltwirtschaftskrise - bekamen 0,01 Prozent der US-Bevölkerung – etwa 30.000 Menschen – sagenhafte 6 Prozent des Volkseinkommens – 840 Milliarden Dollar. Dies ist der höchste in der Geschichte gemessene Wert. Zum Vergleich: 1929 – zu Beginn der größten Weltwirtschaftskrise des vorigen Jahrhunderts – brachten es die Superreichen [...]
Dass im Juli die Verbraucherpreise fielen – erstmals seit 22 Jahren – und damit die Deflation offensichtlich wurde, wird statistisch verstärkt durch den deflationären Fall der Erzeugerpreise. So stark wie nie seit Gründung der Bundesrepublik fielen im Juli die Erzeugerpreise – also die Preise, die Kunden für Waren ab Werk zahlen – um 7,8 Prozent [...]
Was bemühten sich die Krisen-Kleinredner vorige Woche, uns glauben zu machen, es gäbe wieder Wirtschaftswachstum. Abgesehen davon, dass die in USA, Euroland oder Deutschland festgestellten Wachstumsraten ausschließlich auf staatliche Hilfsprogramme und die “Konsumlaune” von Menschen beruht, die sich nichts sehnlicher wünschen, als dass es schon nicht so schlimm kommen werde, gibt es keine realen Zahlen, [...]
Drei Viertel aller befragten Arbeitnehmer gaben in einer Umfrage an, für Vorgesetzte, Kollegen und Kunden auch außerhalb der Arbeitszeit erreichbar zu sein – die Hälfte davon ständig. Dass die Grenzen von Berufs- und Privatleben verschwinden, weil Handy und E-Mail die ständige Erreichbarkeit ermöglichen lässt die “Süddeutsche Zeitung” kommentieren, dass damit auch Zeit verloren geht, Entscheidungen [...]
Noch nie seit der Wiedervereinigung war die Deflationsrate in Deutschland so hoch wie im Juli. Die Preise fielen um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Selbst in der alten Bundesrepublik gab es eine so hohe Deflation selten – zuletzt fielen 1987 die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent. Die steigende “Kaufkraft” ist vor allem auf niedrigere Preise bei [...]
